Aquacycling: „Im Unterschied zu den herkömmlichen Sportarten verbrauchen wir hier das 3,5-fache an Kalorien…“


 

Da stellt sich nur noch die Frage, was der Aquabiking-Trainer im Video mit herkömmlichen Sportarten meint, Schach vielleicht?

Offen bleibt auch die Frage nach der Kompetenz des Trainers, der nebenher auch Geschäftsführer einer Wassersportschule ist, die auf Aqua-Bike und „Nordic-Aqua“ setzt.

Höherer Kalorienverbrauch reines Marketing?

Prof. Froböse hat natürlich Recht, wenn er Aquacycling als sehr gut geeignete Sportart zur Erhöhung der allgemeinen Fitness und zur Gesunderhaltung empfiehlt, leider hat man Ihn nicht zu der steilen These befragt, dass Aquacycling 3,5mal soviel Kalorien verbrennt. Andere Aquafitness-Unternehmen haben auf Ihrer Webseite auch schon mit dem 3-fachen Kalorienverbrauch wie an Land geworben….und genau das ist es im Endeffekt auch: Werbung! Aus meiner Sicht nicht wirklich belegt, die Glaubwürdigkeit dieser Firmen wird auch sicher nicht dadurch gesteigert, dass man gleichzeitig Kooperationen mit der Diätindustrie eingeht.

Dabei würde ich nicht wirklich unterschreiben, dass man beim Aquacycling mehr Kalorien verbrennt als beim Schach. Entscheidend sind 2 Dinge: Wie gut ist man trainiert und mit welcher Intensität geht man da ran? Wer einmal einen IQ-Test mit maximalem Input absolviert, wird das allein an der höheren Körpertemperatur am Ende des Tests erkennen können.

Entscheidender Punkt beim Kalorienverbrauch ist, wie viel Muskulatur beansprucht wird. Wer beim Aquajogging richtig mitmacht, würde genau betrachtet sogar mehr Kalorien verbrennen als beim Aquacycling, denn beim Laufen im Wasser werden mehr Muskeln beansprucht, als wenn man auf dem Sattel sitzt. An Land ist es eindeutig: bei gleicher subjektiver Belastung werden beim Laufen pro h eindeutig mehr Kalorien verbrannt als auf dem Rad! Messen kann man das anhand der Herzfrequenz, die aufgrund mehr beteiligter Muskeln höher ist. Ich sehe keinen Grund, warum das im Wasser anders sein sollte.

Das Warten auf die Wundersportart…

…lohnt nicht, denn die wird nicht kommen. Das Problem ist im Allgemeinen die fehlende Bewegung im Alltag! Natürlich wird auch immer wieder auf die Ernährung verwiesen, aber jeder langjährige Ausdauersportler weiß, dass man mit genügend Bewegung essen kann, was man will, man wird nicht dick. Aus meiner Sicht der einzige Grund, warum ständig die Ernährung in den Vordergrund gerückt wird, ist, dass man auch hier mit Versprechungen enorm viel Geld verdienen kann.
Die Woche hat 168h, d.h. eine Stunde sind gerade mal 0,6% der zur Verfügung stehenden Zeit. Wer über Jahre konstant zugenommen hat, der kann nicht mit einer Stunde zusätzlichem Sport pro Woche abnehmen, wenn nicht gleichzeitig der Lebensstil radikal verändert wird, d.h. auch das Verhalten während der restlichen 167h überprüft wird.
Zyklische Sportarten machen Sinn, ja. Ob man wandert, Rad fährt, läuft, schwimmt, Walking, Aquacycling oder Aquajogging betreibt ist letzten Endes aber relativ egal. Es sollte nur Spaß machen, denn nur dann behält man das auch bei und betreibt den Sport regelmäßig und oft. Ja, Laufen verbrennt pro Zeiteinheit mehr Kalorien, aber der Normalverbraucher ist schlichtweg konditionell nicht mehr in der Lage zu laufen, dementsprechend kann man zu Beginn nur sehr langsam und auch nicht sehr lange laufen. D.h. dass man im Endeffekt z.B. mit regelmäßigem Radfahren wesentlich schneller und genauso nachhaltig abnehmen kann.

Bittere Wahrheiten und eine einfache Lösung

1kg Fett hat einen Brennwert von 9400kcal! Das wird nur leider selten erwähnt, daher ist das Gefeilsche um die paar Kalorien, die diese oder jene Tätigkeit benötigt, recht albern. Mit einer Stunde Ausdauersport kann der Normalverbraucher bestenfalls 600kcal verbrennen. Wer jetzt rechnen kann, wird verzweifeln. Es ist aber der einzige Weg um abzunehmen, man muss mehr Kalorien verbrennen als zu sich zu nehmen und genau das ist auch der Grund, warum das Volk so fit ist wie es ist.

Sämtliche ausschließlichen Ernährungsumstellungen und Methoden ohne mehr Bewegung können gar nicht funktionieren, Ernährungsreduzierungen schon gar nicht, da man damit nur den Körper kannibalisiert, führen nur zum eigentlich hinlänglich bekannten Jojo-Effekt: eine tolle und schnelle Gewichtsabnahme zu Beginn, die am Körperfett aber gar nichts ändert, sondern nur die Muskulatur reduziert. Der Grundumsatz fällt, der Energiebedarf des Körpers ist schon im Ruhezustand herabgesetzt und man wird erst recht dick. Prima hingekriegt, Diätindustrie! Auch Eimer voll Eiweiß können nicht helfen, denn ohne Bewegung baut die Muskulatur genauso ab. Simples Beispiel: Ist der Arm in Gips, kann ich die Armmuskulatur nicht mit Proteinshakes behalten, das sollte einleuchten und genau das Gleiche passiert, wenn man aufgrund einer Nulldiät schlapp auf dem Sofa liegt und auf die Uhr start, wann man wieder etwas essen darf. Davon abgesehen: das ist doch kein Leben und keine Lebensqualität….Mein Lieblingsvideo zur Thematik:

Rolltreppen, Aufzüge, Autos, Sitzrasenmäher: Sorry, das hat unseren Astralkörpern mehr geschadet als genutzt. Jeder zusätzliche Meter benötigt Energie, verbrennt Kalorien, baut Muskulatur auf, die wiederum einen höheren Energiebedarf hat. Dass muss man erkennen und sein Leben dementsprechend ändern. Eine einfache Maßnahme zu Beginn: Eine Stunde mehr gehen pro Tag und einen Liter Wasser zusätzlich trinken! Wer bisher sein Gewicht gehalten hat, wird dadurch definitiv abnehmen und zwar langfristig!

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